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  • Caroline de Jong

Weihnachten mal anders

Aktualisiert: 28. Dez 2020


Wir haben Dezember und Weihnachten steht in der Tür. Wenn man nach draußen oder in die Nachrichten schaut, dann sieht man, Weihnachten ist dieses Jahr ganz anders. Wir befinden uns in einer Zeit der Stille, haben keinen Weihnachtsmarkt und vielleicht Sorgen, ob wir die Familie sehen können. Gedanken, die die meisten von uns nie hatten. Aber obwohl die äußeren Umstände erst einmal eher deprimierend wirken können, so ist es nicht gesagt, dass wir uns auch so fühlen müssen. In der Positiven Psychologie weiß man, dass 40% unseres Glücks von unserer Einstellung, unseren Gedanken und Handlungen abhängt und nur 10% von den äußeren Umständen. „Na toll,“ mag der ein oder andere denken, „ich erleb´ es aber anders“. Oft glauben wir, dass Umstände für unser Erleben bestimmend sind. Einem geht es gut, weil dies und das gut läuft und schlecht, weil dies und das schlecht läuft. Aber wenn wir genauer hinschauen, dann werden wir erkennen, dass in erster Linie nicht die Umstände unsere Gefühle beeinflussen, sondern es viel mehr unsere Bewertung und Interpretation der Umstände sind, die unsere Gefühle beeinflussen.

So wird jemand, der sich über die Zeit und Muße freut, die er aufgrund von weniger sozialen, Weihnachtsverpflichtungen wie Weihnachtsfeiern oder -besuchen gewonnen hat, sich anders fühlen, als jemand der vor allen Dingen den fehlenden Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt betrauert. Das Dankbarkeitsreframing ist ein wunderbares Tool, die Dinge durch eine andere, glücksfördernde Brille zu sehen. Dabei formuliert man die Bewertung einer Situation so um, dass man den möglichen Gewinn beleuchtet und dafür dankbar ist. Wenn wir bei unserem Glühwein-Beispiel bleiben, können wir dafür dankbar die leckere Tasse Glühwein im Warmen genießen zu können. Das Dankbarkeitsreframing sucht nach dem Geschenk in einer Situation und hebt es hervor - ganz nach dem Motto: „Wer suchet, der findet.“

Es ist ein Tool, das dabei helfen kann, die Perspektive zu verändern. Dennoch ist es in der Positiven Psychologie nicht die Absicht, Leid zu verharmlosen, weg zu drücken oder runter zu spielen. Ganz im Gegenteil. Ein wesentlicher Aspekt des Happiness Trainings ist es, auch unangenehmen Gefühlen wie Trauer, Ärger und Frustration Raum zu geben. Sie da sein zu lassen, anzuerkennen und zu würdigen. Manchmal geht es auch nur darum und für jeden weiteren Schritt ist es noch zu früh. Wenn die Zeit jedoch reif ist oder die Gefahr besteht, sich im eigenen Drama völlig zu verstricken, dann bietet die Positive Psychologie Tools für einen neuen, erhebenderen Fokus wie beispielsweise das Dankbarkeitsreframing an.

Eine andere Möglichkeit ist es, unangenehme Gefühle mit positiven zu überschreiben. Es gibt Studien, die zeigen, dass sich der körperliche Organismus durch eine positive Emotion wieder messbar regulieren kann. In der Wissenschaft nennt sich dies die Undo Hypothese. Diese Hypothese besagt, dass sich negative Gefühle durch positive wieder aufheben. Und in einer positiven Grundstimmung lässt sich das Gute in einer Situation leichter finden.

Sollte jedoch der Schmerz, die Frustration oder Angst so groß sein, dass weder Emotionsüberschreibung noch Reframen im Moment innerlich greift, dann gilt es dies zu würdigen, zu fühlen und anzunehmen – mit Selbstmitgefühl und innerer Freundlichkeit. Nach Regen kommt wieder Sonnenschein. Es sind keine Techniken, mit denen man ein inneres Gewitter besänftigen kann, aber mit den man sehr erfolgreich von innerlich (leicht) bewölkt zu mehr blauem Himmel kommen kann. Der Sonnenschein kommt dann von selbst und wenn Schnee liegt wird er sogar noch reflektiert.


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